Schwedische Feiertage

In Schweden gelten die meisten auch in Deutschland üblichen christlichen Feiertage, allerdings mit teilweise eigenen Gebräuchen. Zu Ostern (Påsk) verkleiden sich die Kinder als Osterhexen, schminken ihre Gesichter und bitten an den Türen von Freunden und Nachbarn um Süßigkeiten. Die Walpurgis- nacht (30. April) geht auf die Wikingerzeit zurück, als bei diesem Fest die Wiederkehr des Frühlings gefeiert wurde.

Schwedens größtes Fest, Midsommar (Mitsommer) wird an einem Wochenende Ende Juni gefeiert. Auch dieser Feiertag stammt aus der Wikingerzeit und war damals ein Fruchtbarkeitsritual, das für eine gute Ernte im Herbst sorgen sollte. Heute singt man traditionelle Lieder, und die Feiernden tanzen um einen eigens für dieses Fest aufgestellten, reich geschmückten Maibaum. Der Brauch, zu diesen Festlichkeiten die traditionelle Tracht der Region zu tragen, erfreut sich in den letzten Jahren wieder zunehmender Beliebtheit. Weil die Sonne nördlich des Polarkreises um den 21. Juni herum nicht untergeht, heißt dieser Tag “Der Tag, der niemals endet”.

Ein besonders liebenswürdiger schwedischer Feiertag ist Lucia am 13. Dezember. An diesem Tag zieht das älteste Mädchen der Familie ein weißes Kleid an und trägt eine purpurrote Schärpe und eine Kerzen- krone. Sie ist dann Santa Lucia, eine Heilige, die mit dem Licht und dem Sehen in Verbindung gebracht wird. Früher hatte sie ihre Schwestern und Brüder (die “Jungfern” und “Sternjungen”) in ihrem Gefolge, die in ähnliche Gewänder gekleidet waren. Sie boten am frühen Morgen des 13. Dezember den anderen Mitgliedern des Haushaltes Kaffee und Kuchen an. Heute werden die Lucias in Schulen und Tagesstätten ausgewählt und besuchen Krankenhäuser, Fabriken und Büros, um Kaffee, “Lucia-Katzen” (Safran- brötchen) und Pfefferkuchen zu verteilen. In Stockholm wird sogar ein Wettbewerb veranstaltet, bei dem die “Stockholm Lucia” ermittelt wird.

Lucia ist der Beginn von Jul (Weihnachten), und die Weihnachtszeit findet ihren Höhepunkt am Heiligabend bei einem Smörgåsbord und dem Austausch von Geschenken. Der Jultomte (schwedischer Weihnachtsmann) ist nach der Tradition eine Art Gnom, der unter dem Haus lebt und an der Tür Ge- schenke für die Kinder hinterlässt. Die Kinder warten am Heiligabend gespannt auf sein Klopfen an der Tür. Manche Familien wahren die Tradition des “Eintauchens in den Topf” – das Eintauchen von Brot- stückchen in die Brühe eines gekochten Schinkens. Der Weihnachtsbaum wird ein paar Tage vor Weih- nachten im Haus aufgestellt und erst am Tag des Heiligen Knut am 13. Januar wieder entfernt. An diesem Tag wird eine Party für Kinder veranstaltet, und der Baum, der seinen Zweck nun erfüllt hat, wird aus einem Fenster geworfen, während die Feiernden ein Lied über das Ende der Weihnachtsferien singen.